Besuch der Podiumsdiskussion „Lebenswege afrikanischer Frauen in Deutschland“ am 09.02.13

Hi, hi,

gestern haben wir im Rahmen des Afrika Alive Festivals an der Podiumsdiskussion zu Lebenswegen afrikanischer Frauen in Deutschland teilgenommen. Oh man im Nachhinein habe wir uns ganz schön geärgert nicht mehr Fotos geschossen zu haben. Also bitte nicht böse sein, wir lernen stetig weiter ;). Also nun zum Eigentlichen: Die Veranstaltung war sehr erfrischend. Denn in Deutschland mal endlich afrikanische Macherinnen zu sehen, ist befriedigend und motivierend zu gleich. Aber ehrlich gesagt weiß jede schwarze Frau, was für eine unglaubliche Mutter sie hat. Nur leider ist es nur allzu oft, dass unsere Mütter so mit dem Alltag belastet/abgelenkt sind, dass sie gar keine Zeit haben die Gesellschaft mit zu gestalten. Die Rednerinnen sprachen von Ihren Erfahrungen in der deutschen Gesellschaft, von ihren Projekten zur Unterstützung afrikanischer Frauen in Deutschland (Maisha e.V. FIM etc.). Sie sprachen über die Herausforderungen und die Notwendigkeit zum Dialog mit der Mehrheitsgesellschaft.

Ich fand es schade, dass bei so einer Veranstaltung nicht mehr Afrikaner präsent sind. Wie auch bei der Angela Davis Veranstaltung am 4.02. waren hier überwiegend Weiße da. Woran liegt das? Interessieren wir uns nicht für unsere Themen? Oder die Geschichte unserer schwarzen Schwestern und Brüder? Ich denke schon, aber genau wie unsere Mütter ist die schwarze Gesellschaft so damit beschäftigt in der Mehrheitsgesellschaft anzukommen/es zu schaffen, dass sie gar nicht die Zeit hat mitzugestalten. Aber was ist mit denen die angekommen sind? Wir, die zweite oder dritte Generation. Wir haben unseren Abschluss, unseren Beruf und suchen unseren Platz in dieser Gesellschaft. Warum nehmen so wenige dieser Schwarzen an Veranstaltungen dieser Form teil?

Ich glaube wir brauchen einen neuen Zweig in der Arbeit/dem Bestreben Schwarze voranzubringen. Es müssen mehr Veranstaltungen für das schwarze Bewusstsein existieren. Von Schwarzen für Schwarze. Es gibt genug Schwarze, die den Dialog zur Mehrheitsgesellschaft suchen und ihre Arbeit ist substantiell im Kampf gegen Vorurteile, Rassismus und Benachteiligung. Dadurch wurde uns der Zugang zu materiellem Erfolg geebnet. Aber ich glaube der materielle Erfolg ist das Eine. Das schwarze (Selbst-)Bewusstsein gegenüber der Mehrheitsgesellschaft ist jedoch immer noch dort, wo die Arbeit unserer Wegbereiter begonnen wurde. Ich glaube es liegt an der angekommen Generation den nächsten Schritt in Richtung Chancengleichheit für Schwarze herzustellen. Einen Weg zu ebnen, um das schwarzes Bewusstsein zu stärken. Lassen wir uns nicht ablenken vom ausschließlichen Dialog mit Vertretern der Mehrheitsgesellschaft, wir brauchen auch den Dialog zwischen uns. Um uns gegenseitig zu stärken und um zu erkennen, dass wir gemeinsam gesehen keine Nische sind. Ich möchte nicht mehr nur über die Herausforderungen von Flüchtlingen sprechen oder über Afrikas Probleme oder über Rassismus in der deutschen Gesellschaft. Nicht weil dies nicht wichtig ist, sondern, weil das Leben schwarzer Menschen mittlerweile doch viel facettenreicher geworden ist als vor 50 Jahren. Und diese Facetten wünsche ich mir auch in der Arbeit schwarzer Menschen, die sich mit dem Thema Schwarzsein beschäftigen, ob ehrenamtlich, hauptberuflich oder im hauptberuflichen vielleicht sogar unternehmerisch.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s